Bodengrund Reinigung
Der Bodengrund im Aquarium muss nur selten gereinigt werden. In ihm siedeln sich während der Einlaufphase Bakterienstämme an. Diese sorgen für die Biologie im Aquarium. Sie machen das Wasser für die Aquarienbewohner lebensfähig. Bakterien befreien das Aquarienwasser von Schadstoffen und wandeln Giftstoffe in ungiftige Elemente um. Der Bodengrund ist also eine Art ‚lebender' Filter. Seine Kraft ist so groß, dass Pflanzenaquarien keinen extra Filter benötigen. Durch die Aktivität der Bakterien wird Wärme gebildet. Diese Wärme steigt im Bodengrund auf. Dadurch entsteht eine Zirkulation. Wasser durchströmt den Bodengrund und Schadstoffe werden gefiltert. Die Grundvoraussetzung für ein ‚funktionieren' dieses Filters ist die richtige Höhe von mindestens fünf Zentimetern.
Den Bodengrund öfter oder weniger oft reinigen?
Es gibt ein paar Ausnahmen in denen eine häufigere Reinigung notwendig ist. Dabei handelt es sich aber meist um spezielle Ausnahmen. Es kommt auf die gepflegten Arten und die Mulmbildung an. Setzt sich der Bodengrund zu sollte selbstverständlich etwas Mulm entfernt werden. Andere Ausnahmen sind wiederum Garnelenaquarien oder Artenaquarien mit Zwergflusskrebsen wie dem CPO. Diese Aquarien können und sollen sogar etwas Mulm beinhalten. Der Nachwuchs findet darin bestes Kleinstfutter. Dieses Futter lässt kleine Garnelen und Krebse wunderbar heranwachsen. Ein gut eingelaufenes und reichlich bewachsenes Amazonas Aquarium muss aber wirklich nur ganz selten einer Bodengrund Reinigung unterzogen werden.
Wenn der Bodengrund sich schnell zusetzt
Die Gründe für ein schnelles zusetzen des Bodengrunds sind oftmals einfacher Natur. Voraussetzung ist, es handelt sich nicht um eine der beschriebenen Ausnahmen. Es kann dafür eigentlich nur einen Grund geben. Die Aquarienbewohner werden zu häufig und zu viel gefüttert. Das Futter fällt zu Boden und zersetzt sich. Solange es nicht extrem zu viel ist wird ein Teil abgebaut. Die regelmäßige Reinigung mit der Mulmglocke bleibt die letzte Möglichkeit schlimmeres zu verhindern. Die Ursache sollte aber erkannt und beseitigt werden. Die Bewohner eines Aquariums benötigten regelmäßig Futter, aber nicht zwangsläufig täglich. Ausgewachsene Tiere kommen bei zwei- bis dreitägiger Fütterung viel besser zurecht. Auf die Qualität des Futters sollte dabei selbstverständlich auch geachtet werden!
Wie wird der Bodengrund gereinigt?
Für die Reinigung des Bodengrundes werden im Handel so genannte Mulmglocken angeboten. Sie werden an den Aquarienschlauch angeschlossen. Durch den Sog wird der Bodengrund in der Glocke aufgewirbelt. Grobe Schmutzpartikel werden dabei abgesaugt während die Steinchen wieder zu Boden fallen.
Soviel zur Theorie. In der Praxis sollte man gut konzentriert an diese Aufgabe gehen. Wenn man mit der Mulmglocke zu tief in den Bodengrund kommt, werden wichtige Bakterien abgesaugt. Auch bei der oberflächlichen Reinigung werden Bakterien abgesaugt. Der Unterschied besteht aber in der Anzahl und Art der Bakterien. Die aneroben Bakterien in den sauerstofflosen Bereichen, tief im Bodengrund, sind besonders Wertvoll. Den Vorgang sollte man sich nach Möglichkeit einmal zeigen lassen. Das macht einiges leichter und verständlicher.
Video zur Bodengrundreinigung mit Mulmglocke
In dem folgenden Video ist zu sehen, wie man den Bodengrund im Aquarium mit einer Mulmglocke reinigt.
Ein Aquarium ohne Bodengrund?
Ein Aquarium ohne Bodengrund sollte nur von erfahrenen Aquarianern betrieben werden. Züchter mit langjähriger Erfahrung arbeiten teilweise ohne Bodengrund. Die Entscheidung hängt aber zwangsläufig von der gepflegten Art ab. Einige Arten sind wegen der Orientierung auf Bodengrund angewiesen. Andere Arten stellen einfach die Fortpflanzung ein oder entwickeln andere Eigenarten. Als Neueinsteiger sind die Vorgaben der Natur am einfachsten. Dazu gehört Bodengrund, Steine, Wurzeln, Pflanzen und auch Schecken. Turmdeckelschnecken beispielsweise ‚durchwühlen' die obere Schicht des Bodengrunds und finden dort ihre Nahrung. Sie sorgen also auch für ein wenig Sauberkeit und das Gleichgewicht der Biologie.