Wasserwechsel
Fast alle der uns bekannten Aquarienbewohner leben in Biotopen, welche einem dauerhaften Wasseraustausch unterliegen. Bei Fischen und wirbellosen Tieren in Flüssen ist der Austausch sehr hoch. In Seen und kleinen teichartigen Biotopen ist der Austausch in der Regel geringer, teilweise sogar sehr gering. In einigen Foren und Portalen zum Thema Aquaristik behaupten Teilnehmer, dass ein Wasserwechsel einmal in der Woche nicht nötig sei. Die Häufigkeit eines Teilwasserwechsels würde grundlegend mit dem Besatz zusammenhängen. Das ist Unsinn und sollte bitte nicht ernst genommen werden. Der Besatz kann eine Rolle spielen, um den Intervall eventuell zu verkürzen, beispielsweise in der Zucht bei vielen Jungfischen im Aquarium. Aus dem Besatz darf niemals interpretiert werden, dass der Intervall ruhig größer werden könnte, wenn der Besatz niedrig ist. Hier wird leider sehr häufig rudimentäres Halbwissen verbreitet. Zum Schaden eines wirklich schönen Hobbys.
Warum ist der Wasserwechsel einmal in der Woche nötig?
Die Wasserwerte im Aquarium verändern sich. Über einen kurzen Zeitraum ergeben sich kleine Veränderungen. Große Zeiträume ziehen große Veränderungen der Wasserqualität nach sich. Die Aquarientiere und Pflanzen verbrauchen wichtige chemische Elemente. Einige davon können durch Düngung ersetzt werden. Andere Elemente können nur durch einen Wasserwechsel ersetzt werden. Wird das Wasser einmal in der Woche gewechselt, ist der Verlust wichtiger Elemente in der Langzeitwirkung gering. Der Biotop im Aquarium kann mehr als 10 Jahre bestehen. Wird das Wasser in größeren Abständen gewechselt, so erhöht sich der Verlust in der Langzeitwirkung. Der Biotop im Aquarium kann nur wenige Jahre bestand haben. Mit der Hilfe von Dünger und dem füttern der Tiere werden wieder einige dieser Elemente in das Aquarium eingebracht. Den gesamten Haushalt zu decken ist aber unmöglich. Es werden nämlich auch immer einige Anteile darunter zu hoch sein. Der Wasserwechsel wird also unumgänglich. Folgende Wasserwerte können dazu ermittelt werden:
- pH-Wert (saurer oder basischer Wirkungsgrad)
- GH (auch dGH - Gesamthärtgrad)
- KH (Karbonathärte)
- Leitwert (Leitfähigkeit in Mikrosiemens)
Im Aquarienwasser können mit einfachen Mitteln einige Elemente nachgewiesen werden. Dazu gehören die Elemente der folgenden Liste:
- NO2 (Nitrit)
- NO3 (Nitrat)
- PO4 (Phosphat)
- Mg (Magnesium)
- Fe (Eisen)
- Cu (ACHTUNG! Nicht bei Garnelen! Kupfer ist für Garnelen tödlich!)
- NH3/NH4 (Ammoniak und Ammonium)
Andere Elemente können nicht oder nur sehr schwer und teuer nachgewiesen werden. Dazu gehören die folgenden Elemente dieser Liste:
- B (Bor)
- Ca (Calzium)
- Cl (Chlor)
- K (Kalium)
- Mn (Mangan)
- Mo (Molybdän)
- Na (Natrium)
- Ni (Nickel)
- S (Schwefel)
- Si (Silicium)
- Zn (Zink)
In der unteren Abbildung sind die nachweisbaren und schwer nachweisbaren Elemente als Graphen dargestellt. Die Elemente werden verbraucht und nach einer Woche wieder eingebracht.

In der nächsten Abbildung die Darstellung der Element bei größeren Abständen.

Das Ergebnis und die Antwort auf die Frage lautet: Je größer der Abstand des Teilwasserwechsels, umso schlechter für das Aquarium und seine Bewohner.
Was wird für einen Wasserwechsel benötigt?
Für den Wasserwechsel verwendet man einen Eimer für das Wasser. Dieser Eimer wird ausschließlich zum Wasserwechseln genutzt! Es wird außerdem ein Schlauch gebraucht. Mit dem Schlauch wird das Wasser aus dem Aquarium in den Eimer gesogen. Auch der Schlauch wird ausschließlich zum Wasserwechseln benutzt! Ein Ende des Schlauchs wird in das Aquarium gehalten. Am anderen Ende wird nun kurz aber kräftig angesogen. Nicht lange zögern und den Schlauch in den Eimer halten. Ansonsten kann es passieren, dass man Wasser schluckt. Klappt es nicht auf Anhieb wird erneut angesaugt. Ist der Eimer voll wird der Schlauch aus dem Aquarium gezogen.
Was muss beim Wasserwechsel beachtet werden?
Ein häufiger Fehler beim Wasserwechsel wird bei der Menge gemacht. Gewechselt wird zwischen einem Drittel und der Hälfte des Aquarienwassers. Mehr darf nur in Ausnahmefällen gewechselt werden. Weniger ist auch nicht gut, da sonst nicht genügend von den oben erwähnten Elementen ausgetauscht werden.
Beim absaugen des Wassers werden Pflanzen und Bodengrund nicht berührt. Wird ein Fisch eingesaugt kann dies tödlich enden! Aufmerksamkeit ist beim Wasserwechsel wichtig!
Ist das Wasser abgesaugt wird wieder aufgefüllt. In der Regel wird Leitungswasser genutzt. In einigen Regionen Deutschlands muss das Wasser aber zunächst aufbereitet werden. Informationen hierzu erhält man im nächsten Aquarienverein, im Internet oder beim guten Aquaristik-Fachhandel. Einige Aquarienbewohner vertragen kein kaltes Wasser. Das Wasser muss dann entsprechend erwärmt werden. Wird das Aquarium mit einem Schlauch aufgefüllt können Blasen in das Aquarium gelangen. Diese Blasen gasen aus und schaden den Fischen. Das Wasser muss dann in einem Eimer etwa zehn Minuten abstehen und ausgasen. Kommt das Wasser aus einer Niederdruckleitung ist eine Bläschenbildung unwahrscheinlich und sehr selten. Wird ein Schlauch genutzt muss natürlich darauf geachtet werden, dass das Aquarium nicht überläuft.
Zum Thema Aquarium und überlaufendes Wasser haben wir uns einige Gedanken gemacht. So ist eine Art Überlaufschutz für Aquarien entstanden. Dieser kommt nun in zwei Formen bei uns zum Einsatz. Wie das aussieht, seht Ihr in dem folgenden Video.
Mehr Informationen zur Technik des Überlaufschutzes findet Ihr auf dieser Seite unter dem Punkt 'Wasserstandsmelder verhindert überlaufen des Aquariums'.
Durchflussanlage als Verfahren zum Dauerwasserwechsel
Der Einsatz einer Durchflussanlage sorgt bei vielen Züchtern für hervorragende Biotope,
mit prächtigen Fischen und viel Nachwuchs.
Hier ein Video von einer Anlage.
Zunächst wird das Füllaquarium gezeigt,
in dem das Wasser eine Zeit lang absteht und die Durchflussanlage speist.
Danach auf die Rohre schauen.
Von den Rohren geht je Aquarium ein Schlauch ab.
Anschließend werden die Hähne gezeigt.
Aus ihnen Tropft das Wasser zuverlässig heraus.